|
Ein
eigenständiger Pfad als Medienkünstler und überschaubar wenig Unikate:
Chris Mennel stellt Kunst aus und ist live dabei.
Seit 1993 falle ich hinein in die
Medienkunst. Zu diesem Zeitpunkt gab es schon lange die klassischen
Dia-Shows und künstlerischen Zelluloid-Filme. Beide Bereiche habe ich bis
zur Jahrtausendwende "gekitzelt" mit Kodak-Karussell-Projektoren und
Filmen in 16 mm und Super 8. Heute, zum Thema "Retro" und "Der Charme des
Analogen" hole ich ausgewählte Werke "von damals" auch gerne noch hinein
in aktuelle Präsentationen.
Die Fortentwicklung mit stundenlang laufenden Videobändern statt kurzen
künstlerischen Analogfilmen, sodann hinaus ins schrittweise Arbeiten mit
digital aufgezeichnetem Film und Foto vollzog ich jeweils mit. Für mich
als Künstler war mit 4 K-Film und bei Tageslicht betrachtbaren
Filmprojektionen - das stellte sich ab 2015 schrittweise ein - der
technische Gipfel des Zufriedenseins erreicht. Gerne erzeuge ich dabei als
Medienkünstler weiterhin den Spagat zwischen Werken aus meinem analogen
Start und neuer digitaler Pracht.
Die "neue Pracht" überschwemmt mich nun im Erstellen von Inhalten mit
Hilfe von "Künstlicher Intelligenz": Gib dein Kommando, und der Maler, der
Fotograf, der Filmemacher kommt. Ich begegne der möglichen KI-Schwemme
durch Beschreiten weniger Pfade, bei denen ich den Eindruck habe, nur ich
kann sie, mit KI an meiner Seite, gehen. Es wird bei mir eine Verflechtung
von Film, Bild und Musik geben, die künstlerische Vorarbeiten von mir seit
1993 aufgreift, kommentiert und veredelt. DIe Substanz meiner vorherigen
Jahrzehnte als Medienkünstler ist mein Inhalt bei der Zusammenarbeit mit
dem Helfer "KI".
Erfreulich für mich ist da zweierlei: Ich bin Fan der Gemälde von
Hieronmyus Bosch und Salvador Dali. Nun, neu, darf sich deren Geist
fortsetzen. Bei mir wachsen Werke, wie sie meine Lieblings-Künstler, dem
Grab munter entstiegen, vielleicht erstellt hätten. Plus stetig habe ich
zu Gitarre und Schlagzeug gegriffen. Von Liedermacherklängen über Rock bis
Punk: Ich spielte unprofessionell eine Menge ein, quer durch alle
Künstlerjahre. Das kann ich nun in überzeugendem Klang darbieten. Ein
Erwachen mit allen Facetten erlebe ich derzeit durch unerwartete schnelle
Evolution technischer Möglichkeiten. Erstaunlich fertige komplexe
künstlerische Inhalte kann ich nun bieten...

Chris auf "Traumtour" 2023 in der
Galerie "Oberwelt". Links seine "Fotogemälde", rechts ein Bildschirm mit
Digitalkunst. Im orange beleuchteten Hinterraum wartet unter anderem seine
3x3-Meter-Großgrafik "Traumpflanze".
... und mag parallel das Einfache. Und trage die ersten
vollmodernen Künstler im Herzen, die Dadaisten. Zwischen der Medienkunst -
die kopierbar ist - sind von mir geschaffene Unikate vorhanden: vielleicht
20 Ölgemälde. 200 Aquarelle. 30 einzeln variierte Siebdruck-Motive.
Handabzüge von 300 Analogfotos. Das war es dann aber schon. Ich habe als
künstlerischer Handwerker nicht in Serie produziert. Ich verblieb in der
"Strategie der Geste" mit Beschränkung meiner lebenslang geschaffenen
Unikate da hin gehend, das alle miteinander gerade mal ein Museum füllen
könnten.
Gern gestalte ich Kunstausstellungen, in denen Gruppenarbeiten gemeinsam
mit mir und Werke anderer Künstler in einem Dialog gezeigt werden. Mein "Landeplatz" und Drehpunkt ist seit 2025 dabei
die Zehntscheuer Zuffenhausen: "Steige aus einem handfesten Ort der künstlerischen Verwirklichung heraus zum
subjektiven Kunst-Universum" empfinde ich da als meinen
Auftrag. Wir wollen derbe und feine, provozierende und gemütliche,
anspringende und Zeit einfordernde Kunst zeigen. Zu solch gegensätzlichen
Polen liefere ich als Maler, Fotograf, Filmer und Gestalter Beiträge.
Zuffenhausen, 7.4.2026
|