| Nach der Sängerin meines Chris-Mennel-Albums wird
manchmal gefragt. Ich nenne sie
"Anita Schnuppe".
"Anita Schnuppe" hat es tatsächlich unter etwas
anderem Künstler-Pseudonym gegeben. Wir haben Musikstücke
aufgezeichnet, ich filmte ihre Malperformance, wir machten schräge Fotos,
sie gestaltete Räume in einem Medienprojekt von mir und wurde
Kunstlehrerin. Mit der "Kunstlehrerin" verliert sich die Fährte :-) Jetzt bekommt Anita
für ihre Beiträge aus der Vor-Lehrerin-Zeit ein
verrücktes Denkmal:
Chris Mennel ist in der Hälfte seines ersten
Albums "Bilder einer Ausstellung" unterwegs mit
Sängerin Anita Schnuppe

Gewisse Ähnlichkeiten "Chris hier - Anita da" gibt es in der
Pop-Geschichte mit "Dave Clark Five" (der Schlagzeuger war Chef) "Manfred Mann"
(der Keyboarder organisierte die Gruppe). "Alan Parsons Projekt" (der Produzent
baute die Musik). "Die Leute" schauen halt als erstes auf den
Sänger. Der wechselt bei manchen Gruppen und ist, intern betrachtet, manchmal
nicht die Hauptperson. Ja nun aber: Ihr wollt
plaudern mit Anita Schnuppe? Ihr wollt ihre Musikgeschichte, ihre
Lebensgeschichte? Können wir bieten ab gefühlt 2029. Mit einer Avatarin.
Denn mit Anita habe ich in der lang nun zurückliegenden Zeit unserer
musikalischen Happenings keinen Vertrag abgeschlossen. Da geht mit
Veröffentlichen nicht direkt was. Ich habe den Namen etwas neu erfunden.
Und Anitas Stimme durfte die künstliche Intelligenz abwandeln.
Wie läuft nun das Interview mit der Sängerin von
"Besucher", "Sommerhut", "Flatterleben", "Schnuller", "Messer" und
"Finale"? Mit Hybrid-Technik: Ein Mensch, eine KI, ein Gespräch. Wir
arbeiten dran. Ein Künstlerleben beginnt virtuell zu schweben. Aus meiner
Sicht sind KI-Ausflüge in der Kunst harmlos. Nicht harmlos sind Kriege,
Diktaturen und Geschäftsleute, die uns in den kostenpflichtigem Konsum
ihrer KI-Angebote tricksen: KI ermöglicht Selbsthandeln und Freisein. |